
Zehn Jahre lang war Messalina römische Kaiserin. Dann fiel sie einer eigenen Intrige zum Opfer. Die Historikerin Honor Cargill-Martin hat Messalinas Biografie geschrieben. Und korrigiert ihren Ruf.
Nicholas Potter wirft einer neuen Generation von Linken Verrat an den eigenen Werten vor. Seit er über ihre Sympathien für Islamisten schreibt, wird er verleumdet und erhält Morddrohungen.
Wie hält man es aus, am Lago Maggiore zu sitzen, während in Teheran Bomben einschlagen? «Gar nicht», sagt Navid Kermani, Schriftsteller und einer der bedeutendsten Intellektuellen Deutschlands.
Sie erzählen von Amerika, aber reden eigentlich von Deutschland: Der Markt wird überschwemmt mit Büchern, die das Ende der USA voraussagen. Auch der ehemalige «Spiegel»-Chefredaktor Klaus Brinkbäumer macht mit.
Während «The Super Mario Galaxy Movie» als grelles Milliardenspektakel die Logik des Marketings perfektioniert, entwirft «Arco» in handgezeichneten Bildern nachdenkliche Visionen der Zukunft.
Das Werk der amerikanischen Bildhauerin Kristen Visbal in New York ist zur Ikone weiblicher Selbstbehauptung geworden.
Die Hachette Book Group will ein Zeichen für Originalität in der Literatur setzen. Der Roman «Shy Girl» von Mia Ballard wird damit zum umstrittenen Präzedenzfall.
Das individuelle Erkennungsmerkmal wird in der Massengesellschaft immer wichtiger. Geertjan de Vugt zeigt in seinem Buch auf, dass der Fingerabdruck als Signatur zum ersten Mal von Rassentheoretikern genutzt wurde.
In seinem Spätwerk fuhr der französische Meister der Moderne nochmals zur Hochform auf. Das Pariser Grand Palais präsentiert diesen bedeutenden Abschnitt in einer umfassenden Übersicht.
Bald wird über die 10-Millionen-Schweiz abgestimmt. Die Angst vor Überbevölkerung hat eine lange Geschichte – doch meistens kam es anders, als man prognostizierte.
Eine Künstlerin zwischen Provokation und Projektion: In «Das Zeitgeisterhaus» verdichtet Madame Nielsen einen realen Skandal zu einer Parabel auf die ängstliche Gegenwart Deutschlands. Eine Begegnung auf dem Monte Verità.
Rüdiger Safranski scheut sich nicht, unbequeme Wahrheiten auszusprechen: Die CDU habe sich in die Geiselhaft der SPD begeben, kritisiert er. Und dass sich die Parteien nur noch auf den «Kampf gegen rechts» einigen können, hält er für Wahnsinn.
Model-Legende, Verfechterin einer brutalen Schönheitsindustrie, opportunistische Unternehmerin: Heidi Klum begeistert und erzürnt seit über drei Jahrzehnten. Vor allem aber hat sie Spass.
Arnon Grünberg reist von Wien nach Jerusalem. Er sucht nach den frühen Idealen des Zionismus. Und fragt sich, wie die Geschichte des späten 20. Jahrhunderts zu einem Kult des Opferdaseins wurde.
Der Kreml redet gern von «Freiheit» und nicht gern von «Krieg». Und er bestraft alle, die öffentlich anderer Meinung sind. Auch im Westen gewöhnt man sich daran.
Viele Iraner machen ihrer Eltern- und Grosselterngeneration Vorwürfe: Wie konnten sie zulassen, dass die Revolution in die Diktatur führte? Dazu lohnt sich ein genauer Blick in die Geschichte.
Die Islamische Republik Iran kämpft um ihr politisches Überleben. Und um die Staatsräson: Sie will das Land auf das Kommen des Messias vorbereiten.
An Berliner Gymnasien werden Klassiker in einfacher Sprache gelesen. Bei Kulturpessimisten leuchten rote Lampen.
Auch wenn die internationale Diplomatie an der Formel «die Palästinenser» festhält: Die palästinensische Ordnung ist Geschichte, es droht noch mehr Chaos.
Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl nehmen ihre letzte Ermittlung in Angriff, die verschlingt gleich eine Doppelepisode. Mit hundert Fällen sind die Kommissare Rekordhalter beim «Tatort» – vermissen wird man sie wegen ihrer stimmigen Mischung aus Granteln und Gelassenheit.
Eine Apple-Dokumentation zeigt, wie ein internationaler Yoga-Verbund junge Frauen in die Abhängigkeit führte. Was als spirituelle Suche beginnt, endet in Isolation und mutmasslichem sexuellem Missbrauch.
Sechs Jahre nach dem Finale der Serie über Gangster tritt deren Anführer wieder aus dem Schatten: In «The Immortal Man» wird aus dem Patriarchen mitten im Krieg endgültig eine tragische Figur.
Harry Lighton erzählt eine schwule Unterwerfungsromanze in der Biker-Szene jenseits von Klischees. Das ist so zärtlich wie komisch.
Das deutsch-polnische Kommissariat Swiecko zieht es nach Potsdam. Ein Juwelier liegt tot in seinem Geschäft. Der Fall: so steril wie vorhersehbar. Wären da nicht die Blicke einer Mutter.
Der Sänger von Queen hat immer wieder in Montreux gewohnt. Das lag zunächst an den Mountain Studios, in denen Queen die neuen Alben einspielte. Später wurde die Stadt am Lac Léman zum letzten Rückzugsort des erkrankten Rockstars.
Für den Filmregisseur ist das Berner Oberland ein Rückzugsort. Wegen eines weit zurückliegenden Missbrauchsfalls war er vor 15 Jahren Gefangener in seinem eigenen Chalet. Die Einheimischen lassen bis heute nichts auf den 92-Jährigen kommen.
Seit den sechziger Jahren lebte die amerikanische Schriftstellerin Patricia Highsmith in Europa. 1988 zog sie nach Tegna im Tessin. In ein Haus wie eine Festung, wo sie umgeben war von Katzen und Schnecken.
In Stampa wuchsen Alberto, Diego, Ottilia und Bruno Giacometti auf, wohlbehütet von der Mutter Annetta und gefördert vom Vater und Künstler Giovanni Giacometti. Im Nachbarsweiler Borgonovo fanden sie ihre letzte Ruhe. Doch wenig in dem kargen Bergtal verweist auf die berühmte Familie, wäre da nicht das Atelier, das erhalten blieb.
In der Idylle des Engadins, zwischen den Reichen und Mächtigen, fand der Regisseur Inspiration für seine schlimmsten Visionen.
Mit Werken wie «Déjeuner en fourrure» wird Meret Oppenheim eine der bekanntesten Surrealistinnen. Ihr Lieblingsort lag in einem Dorf im Tessin – wo sie sich manchmal wie der letzte zivilisierte Mensch fühlt und wo auch ein liebestoller Hermann Hesse verkehrt.
In Clarens entzündet der Komponist mit «Le sacre du printemps» einen Urknall der Moderne, in Morges erfindet er bei Brot und Wein mit Charles Ferdinand Ramuz die Oper neu. Dann aber lockt Coco Chanel den Ruhelosen aus dem Schweizer Exil nach Paris.
Sils Baselgia war für die letzten acht Jahre vor ihrem Tod der einzige Fixpunkt im unsteten Leben der Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach. Glücklich wurde sie auch hier nicht, aber sie war glücklicher als an jedem anderen Ort der Welt.
Vom Rapper, der die Entwicklung von Hip-Hop und Pop in den letzten Jahrzehnten mitbestimmt hat, ist ein Album erschienen. Es soll einen Neuanfang markieren, hilft Kanye West aber kaum aus seiner wirren Karriere heraus.
Das Orchester der Oper Zürich gastiert zum ersten Mal in der Elbphilharmonie und wird in Hamburg besonders für seine packende Aufführung des Verdi-Requiems unter Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda gefeiert.
Musik zeigte der Sängerin von Black Sea Dahu stets die Schönheit der Welt – bis sie ihren Vater verlor. Porträt einer Sängerin, die keine Lieder mehr ertragen konnte.
Der Musikjournalist Stefan Hentz zeichnet die Lebenslinien des Jazzstars Miles Davis nach. Er beginnt originellerweise mit der Spätphase und führt dann in die Anfänge zurück.
Nach dem Weggang der Berliner Philharmoniker beginnt im Festspielhaus ein neues Kapitel: Joana Mallwitz und Johannes Erath eröffnen es bildgewaltig mit Wagners Märchen vom Schwanenritter, den man besser nicht nach seinem Namen fragt.
Wie war es möglich, dass sich der Kontinent nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wirtschaftlich so rasch erholte? Das Geld der Amerikaner war weniger entscheidend, als viele bis heute meinen.
Wie ein Täterland sich einen Opfermythos schuf.
Am 8. Mai kapitulierte Hitler-Deutschland offiziell. Doch bis Ende Mai fanden im letzten Regierungssitz noch Kabinettssitzungen statt. Gerhard Paul erzählt die Geschichte des «Dritten Reiches» über das Kriegsende hinaus.
Die Schlacht von Stalingrad im Winter 1942/43 war ein geschichtlicher Wendepunkt: Sie störte die nationalsozialistische Tötungsmaschinerie und brachte sie letztlich zum Einhalt.
Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Der deutsche Historiker Norbert Frei sagt, wie die Transformation des Nazistaats gelang – und wie er die Gefahr eines neuen Faschismus einschätzt.
Vor fünfzig Jahren dokumentierten weissrussische Schriftsteller Kriegsverbrechen, die die Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs begangen hatte. Jetzt erscheint der Bericht erstmals auf Deutsch.
Sie alle waren in Kalifornien im Exil: Franz Werfel, Bertolt Brecht, Heinrich und Thomas Mann und Berthold Viertel. Mitsamt ihren Ehefrauen, von denen meist weniger die Rede ist.
Jubelnde Massen, willige Erfüllungsgehilfen: Das ist das Bild, das man vom «Dritten Reich» hat. Peter Longerich vertritt in seinem neuen Buch die These, die meisten Deutschen seien keine überzeugten Nazis gewesen, sondern Konformisten.
Es gibt aus chinesischen Exilkreisen im Westen nicht mehr oft kritische Stimmen zum Zustand und zur Entwicklung Chinas zu vernehmen. Xis Regime der Einschüchterung wirkt auch im Ausland. Der Dichter Yang Lian aber hat den Mut zum Klartext behalten.
Er kam als Sohn eines Tagelöhners zur Welt, arbeitete sich hoch bis zum Kapitän und wurde einer der grössten Entdecker seiner Zeit: 250 Jahre nach James Cooks letzter Reise zeigen sich neue Facetten dieser schillernden Figur.
Der Psychiater Daniel Hell kritisiert, dass unangenehme Gefühle zu schnell pathologisiert würden. Eine innere Brüchigkeit gehöre zum Menschen. Was als Schwäche angesehen werde, ermögliche erst sein Vorwärtskommen.
Josef Winkler gehört zu jener Generation von Schriftstellern, die sich einst gestenreich von Vaterfiguren ihrer österreichischen Heimat abgewendet haben. Sein neuer Roman aber ist ein Buch der Zuneigung, die seiner verstorbenen Schwester gilt.
Der grossartige Roman von Lukas Rietzschel widerspricht der gängigen Erzählung vom unüberbrückbaren Ost-West-Gegensatz. «Sanditz» zeigt eine Gesellschaft, deren Konflikte weniger regional als existenziell sind.
Von der aufgewühlten Stimmung über die schroffe Brutalität: typisch Grünewaldsche Expressivität. Die Kopie verweist auf ein Meisterwerk, noch grossartiger vielleicht als Grünewalds Isenheimer Altar.
Offenbar waren Profis am Werk: In der Nacht auf den 23. März wurden aus der Villa Magnani im norditalienischen Traversetolo drei bedeutende Gemälde geraubt. Von ihnen fehlt jede Spur.
Die wichtigste Kunstmesse Asiens lockt diese Woche Sammler aus Hongkong, China, Taiwan, Korea und Japan in Scharen an. Und diese investieren in grosse Namen westlicher Kunst.
Die Popularität der britischen Skandal-Künstlerin beruht auf schonungslos ungeschminkter Selbstdarstellung. Durch Nahbarkeit und Unmittelbarkeit wurde Tracey Emin zum Liebling des Publikums, das nun ihre Ausstellung in London überrennt.
Von Rousseau bis Annemarie von Matt: Immer schon haben Künstler und Philosophen städtische Strukturen hinterfragt, um Räume für Phantasie und Kreativität zu eröffnen.
Stephan Balkenhol ist ein deutscher Bildhauer von Weltrang. Seine Skulpturen laden die Betrachter ein, über sich selbst nachzudenken. Für die NZZ hat er nun eine eigene Kunstedition geschaffen.
Esther Mathis ist in den letzten Jahren aufgefallen mit poetischen Werken, in denen oft physikalische Erkenntnisse mitschwingen. Für die NZZ hat sie nun die Farbtöne von Gewitterstürmen in ebenso reduzierten wie reizvollen Objekten gebannt.
Für Katharina Grosse kann alles zum Bildträger werden. Sie bemalt nicht nur Leinwände, sondern auch Wände, ganze Räume und Fassaden. Neuerdings nützt sie auch gebogenes und gewalztes Aluminiumblech als «Unterlage» für ihre genauso überlegte wie spontane Malerei in starken Farben.
Auf einem grossen Tisch liegen Materialmuster und Zeichnungen, rundherum wimmelt es von riesigen Leinwänden in leuchtenden und vibrierenden Farben, die teilweise noch auf ihre Fertigstellung warten. Wer das Studio von Renée Levi und ihrem Partner Marcel Schmid besucht, taucht augenblicklich in ein sinnliches künstlerisches Universum ein.
Im Programm des Berliner Ensembles stehen zwei Produktionen, die auf soziale oder politische Querverweise verzichten. Umso mehr profitieren sie von der Brillanz der Rollenspiele.
Nach dreizehn Jahren sind die Berliner Philharmoniker zurück bei den einst von Karajan gegründeten Osterfestspielen. Die «Rheingold»-Premiere unter Kirill Petrenko wird zum Grossereignis – ungeachtet der ungelösten Führungskrise bei den Sommerfestspielen.
Im Rahmen seines neuen Festivals «Zürich Barock» präsentiert das Opernhaus ein besonderes Fundstück: «Scylla et Glaucus» von Jean-Marie Leclair.
In der Smartphone-Ära sind Displays zum Fenster für die Welt da draussen geworden. Man konsultiert lieber die Wetter-App, statt einen Blick aus dem Fenster zu werfen.
Mit seinen Sprüchen ist der Forstarbeiter Hermann Schönbächler in der SRF-Serie «Auf und davon» zur Kultfigur geworden. Doch nun wehrt sich seine Familie. Insbesondere gegen einen Party-Hit.
Berichte über mutmasslichen sexuellen Missbrauch durch Prominente lösten in der Vergangenheit oft grosse Empörung aus – erwiesen sich dann aber als falsch oder übertrieben. Der Fall Ulmen zeigt: Viele Medien haben daraus nichts gelernt.

Shqipton Rexhaj hat dank seiner Erschöpfungsdepression zurück zum Schreiben gefunden. Sein Lyrikband «Die Seelenfabrik» ist berührend ehrlich.
In unserem Kultur-Ticker informieren wir Sie laufend über Neuigkeiten von Kunstschaffenden und Kulturbetrieben aus der Ostschweiz.
In Basel bestritten Yvonne Eisenring und Maja Zivadinovic die fünftletzte Live-Show zu zweit. Vor allem das Fehlen ihrer Kollegin gab unter den Fans zu reden.